Einkaufen in Polen 1979

einmal wollten meine freundin und ich bei ihr zuhause eine party geben und gingen zu diesem zwecke einkaufen. das sagt sich so leicht, bei uns geht man eben in den nächsten billa, oder spar und nach einer halben stunde hab ich alles gekauft um ein rauschendes gelage mit allem drum und dran feiern zu können. in warschau (vor 1989) war das ein bisschen anders. mein ganzes leben werd ich unsere damalige einkaufstour nicht vergessen. als erstes die leichten übungen in einem geschäft brot, so was hätten wir beim bundesheer als „kitt“ bezeichnet, aber essbar. dann im nächstn geschäft butter und milch, am markt einen salatkopf und zum abschluß ins fleischgeschäft.

daß dies ein fleischgeschäft war, wußten nur die einheimischen vom hörensagen, weil zu sehen war da nicht viel. gähnende leere, nix in den vitrinen, nix an der wand, wenn man von 2 vorderen schweinshaxn absieht. also brot hättma gehabt, etwas butter drauf, einen harten käse, aber keine wurst, kein schinken.

was bleibt uns anderes übrig als ins pewex (ein geschäft wo man nur mit westgeld einkaufen konnte) zu gehen und preßschinken in der dose (aus deutschland) und salami (aus ungarn) einzukaufen. danach noch einen sprung auf den bazar, so eine art schwarzmarkt, und ein paar doserln kaviar und ein paar flascherln krimsekt (beides aus udssr). alles in allen hat uns das einen halben tag gekostet, die paar dollar sonst waren eher zu vernachlässigen. aber eine schöne party wars und bsoffn war ma alle, mein gott! (moi boze!)

wien, frühjahr 2005

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