Taxifahren im Paradies der Arbeiter und Bauern

als fremder reisender war man, wenn die grobe anreise per zug oder flug erfolgte, auf taxis angewiesen und deren lenker waren fast in allen osteuropäischen ländern die größten schlitzohren.

am schlimmsten wars in warschau. da komm ich spät nachts aus einem nachtklub. vor dem lokal stehen villeicht zehn taxler, ich frage ob mich wer in die „bonifraterska“ führen könnte. keiner zeigt große lust, weil das nicht so sehr weit weg war, aber nach einigen diskussionen erklärt ich einer bereit mich für zehn dollar dort hin zu kutschieren. für die selbe fahrt hätte ich in wien zwei dollar bezahlt. aber was willst machen um die zeit, wenns dich nicht auskennst…

in prag habe ich nur fahrten gemacht, bei denen ich im voraus den preis ausgemacht hatte, weil taxameter gabs zwar, aber bei einem fremden wurde der nie eingeschaltet.

in moskau, ziemlich weit draussen um zwei uhr morgens. vor dem ausländerhotel stehen 10 taxis. für die fahrt, welche uns bei der herfahrt zwei dollar gekostet hat, verlangen diese ganoven plötzlich dreißig dollar. da hats mir aber dann gereicht, da hab ich gesagt „da gehn wir lieber zu fuß, in einer stunde sind wir auch dort“ und schleppte meinen kollegen und die zwei mädels die mit waren, raus auf die hauptstraße. und schon kam ein taxi, das ich aufgehalten habe und der uns für fünf dollar ins zentrum brachte.

in budapest nehm ich mir ein taxi von meinem stammlokal nach hause in meine wohnung. da wußte ich natürlich genau, wieviel das kosten durfte. auf halber strecke hatte ich den eindruck, daß der taxameter doppelt so schnell lief als sonst. der fahrer, den ich darauf angesprochen hatte, meinte, wenn ich nicht zahlen würde, dann holte er die polizei. da hab ich gesagt, na gut dann fahren wir gleich zur polizei und hab ihm die adresse der nächsten polizeistelle gesagt. da hat ers dann aber mit der angst zu tun bekommen, ist wie ein verrückter mit mir an den stadtrand von budapest gefahren. ich hab dann auch schon leichtes muffensausen gehabt, weil ich hab gedacht der fahrt jetzt zu seinen freunden und die geben mir dann saures. er hat mich aber dann irgendwo weit draussen aussteigen lassen und ist ohne bezahlung zu verlangen davon gerast. war auch nicht so lustig, weil da wars auch schon spät in der früh, aber ich hatte glück, den zwei minuten später kam aus der gegenrichtung ein anderes taxi, das mich dann korrekt nach hause gebracht hat.

ansonsten wars in ungarn aber ziemlich seriös und in der ddr wars natürlich sowieso sehr korrekt, aber das war ja klar.

baden, juli 2007

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